Statement zur Lage in Afghanistan

In den vergangenen Stunden haben sich die Ereignisse in Afghanistan überschlagen. Unsere Präsidentin Dr. Renate Tewaag äußert sich zur aktuellen Lage.

Aus Afghanistan erreichen uns in den letzten Stunden erschreckende Nachrichten: Die radikalislamische Miliz Taliban ist ins Zentrum der Macht vorgerückt. Erschreckende Nachrichten sind das in erster Linie für die Menschen vor Ort: Schwere Menschenrechtsverletzungen, Angriffe auf Zivilistinnen und Zivilisten und Verletzungen des humanitären Völkerrechts nehmen in den von der Taliban kontrollierten Regionen rasant zu – nach UN-Informationen sind davon besonders Frauen und Journalistinnen und Journalisten betroffen. Menschen, die in den vergangenen Jahren ihr Leben riskiert und sich in der Politik, im Journalismus oder in Frauenrechtsorganisationen für eine offene und freie Gesellschaft eingesetzt haben, werden nun zu Opfern. Sie müssen zusehen, wie ihnen hart erkämpfte demokratische Freiheiten und Rechte entrissen werden. 

Der Schutz von akut gefährdeten Frauen – etwa Politikerinnen, Lehrerinnen oder Journalistinnen – muss deshalb oberste Priorität haben, ihre schnelle Evakuierung rettet Menschenleben! Doch das ist nur das Mindeste, was wir tun können. Wir benötigen darüber hinaus Rahmenbedingungen der Politik, die uns die unkomplizierte und kurzfristige Aufnahme von Menschen in akuter Gefahr ermöglichen.
Auch die humanitäre Hilfe in Afghanistan und den Nachbarländern, in die viele Menschen fliehen werden, muss intensiviert werden. Die dramatische Verschlechterung der Situationen – gerade für Frauen und Mädchen – zeigt, dass wir die Menschen im Kampf gegen die Taliban nicht sich selbst überlassen dürfen. Hier ist die internationale Politik gefordert, schnelle, konkrete und zielgerichtete Lösungen zum Schutz der Opfer zu finden!

Wir unterstützen die Forderung von UN Women - Offener Brief

Eure
Dr. Renate Tewaag




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